Gemeinschaft Oberbrunn

"Zu sagen, was ist, ist die größte Revolution"
Rose Ausländer

Ich möchte mit meinem 15-jährigen Sohn nun in Oberbrunn eine neue Gemeinschaft gründen. Hier gibt es nun schon einige Menschen, die sich ausserhalb des Schlosses versammelt haben. Auf den Prinzipien von "Gemeinschaftsbildung nach Scott Peck"  begründend, aber weit offen für alle, die gerne mitforschen wollen. Mir geht es um "Gemeinschaftsbildung im Alltag", um Achtsamkeit und Stille.

Was ich möchte: Wir entscheiden gemeinsam, was wir brauchen um in einem offenen Miteinander leben können.

Entscheidend ist für mich ein Wunsch im Zustand des "weit offenen Herzens" zu verweilen, wie es der Buddhismus als "Boddhichitta" beschreibt. Der Wunsch in Wahrheit zu leben und die Bereitschaft hinzuschauen, wenn Mitmenschen einen darauf aufmerksam machen, ist für mich Voraussetzung.

Die persönliche Freiheit ist eines der Grundprinzipien, das Erblühen der einzelnen Persönlichkeit das Anliegen aller.

Ich freue mich, wenn mich Leute ansprechen und wir schauen, was wir gemeinsam haben und wie wir gemeinsam gehen können. Aus diesem gemeinsamen Sein, werden sich vermutlich Aufgaben in der Welt entwickeln, manche für sich, manche zusammen, so stelle ich es mir vor. Manches machen wir auch alle gemeinsam. 

Was genau "Gemeinschaftsbildung nach Scott Peck" ist könnt ihr unter

www.netzwerk-gemeinschaftsbildung.com lesen. 

 

 

Ein Text, der mich inspiriert bei der Gemeinschaftssuche: 

 

 

ICH FINDE MEINEN STAMM

Die Menschen meines Stammes sind leicht zu erkennen:
Sie gehen aufrecht aus innerer Größe und haben ein Strahlen in den Augen.
Sie halten sich weder für besser noch erleuchtet.
Sie sind durch ihre eigene Dunkelheit gegangen
und haben ihre Schattendämonen erkannt und angenommen.
Zwar wissen sie wohl, was ihnen angetan wurde
und welche Fehler sie selbst begingen.
Doch haben sie ihre Scham abgelegt und ihre Wut befreit
Sie haben die alten Ketten gelöst,
indem sie die Nabelschnur durchtrennt und die Vergebung vollbracht haben.
Weil sie nichts mehr verbergen wollen, sind sie offen und klar
und manchmal herb wie ein Heilkraut.
Weil sie nichts mehr verdrängen müssen, sind sie voll Energie und Begeisterung fürs Dasein.

Die Menschen meines Stammes haben das Heilige Feuer wiedergefunden:
Das Feuer der Lebenslust in Bauch und Becken,
die Flamme der Liebe im Herzen und das spirituelle Licht in ihrem Geist.
Sie kennen die ungezähmte Kraft der Wilden Frau und des Wilden Mannes in sich
und haben keine Angst davor.
Sie halten nichts für selbstverständlich und würdigen ihre Mitmenschen durch Dank.
Sie sind nicht leichtgläubig, sie vertrauen ihren Fähigkeiten
und folgen ihrem Herzwissen und Hausverstand,
um ihre eigenen Erfahrungen zu machen.
Sie nützen die Stille und lauschen dem Atem, um sich zu sammeln
und sich wiederzufinden, falls sie sich im Rausch des Lebens verloren haben.

Die Menschen meines Stammes sind nicht perfekt,
doch streben sie nach einer Vollkommenheit der Liebe zu allem Lebendigen
und nach Wahrhaftigkeit im Ausdruck.
Wenn sie oder ihre Freunde Fehler machen, sind sie ehrlich und fair
und beginnen von Neuem mit Humor und Vertrauen.
Sie lieben es, zu teilen und sich mitzuteilen, zu geben und zu empfangen.
Sie müssen nicht immer stark sein und können auch eine Bitte aussprechen.
In Zeiten von Schwäche bewahren sie ihre Selbstachtung
und gehen liebevoll mit sich und anderen um.

Als friedvolle Krieger kämpfen sie mutig und solidarisch gegen Not und Unrecht.
Sie sind gegen jede Form von Unterdrückung, Rassismus und Gewalt
und verschließen sich nicht vor dem Fremden.
Sie begegnen einander auf Augenhöhe
und achten die Eigenart jedes einzelnen Menschen.
Sie konfrontieren sich ohne Bosheit und lieben ohne Rückhalt.
Mit Herz, Hirn und Hand sorgen sie für das Wohl aller Kinder.

Die Frauen und Männer meines Stammes verstehen zu genießen.
Sie gehen gern barfuß, haben ein warmes Herz und lieben innig und leidenschaftlich.
Sie wissen, daß sie einst sterben werden.
Daher sind sie sich bewußt der Kostbarkeit des heutigen Tages
und drücken durch Worte und Berührung aus,
was sie denken und fühlen gegenüber den Menschen, die ihnen wichtig sind.
Getrennt von ihren Lieben, können sie gut mit sich allein sein
und wissen sich mit allen Wesen der Erde im Kern verwandt.
Trotzdem sehnen sie sich nach dem Stamm
ihrer Seelenschwestern und Seelenbrüder,
so wie ich, Lachender Rabe.
Ich freue mich darauf, Dich (wieder) zu sehen.

Gerhard Lipold
(aus dem Buch ONE EARTH SONGS, Seite 319
)